Am Donnerstag, 16.07.2026 gings mit dem diesjährigen „Ferienprogramm für Erwachsene“ in die „Samenhändlergemeinde“ Gönningen und in die „ehemalige Freie Reichsstadt“ Reutlingen. Beim Besuch im Samenhändlermuseum und bei einer Betriebsbesichtigung des letzten verbliebenen Samenhändlers – Samen Fetzer – erfuhren wir, wie es dazu kam, dass in Gönningen einst bis zu 1200 Samenhändler ihre Produkte bis nach Russland ins Zarenhaus verkauften. Jeder Händler hatte eine feste Region im europäischen Raum die von ihm beliefert wurde, sodass es wenig Konkurrenz unter den selbstständigen Samenhändlern gab. So konnte beispielsweise die beschwerliche Reise nach Moskau im 19. Jahrhundert und zurück oft viele Monate Zeit in Anspruch nehmen und war stets mit dem Risiko verbunden die Reise nicht zu überleben. Das schön und anschaulich gestaltete Samenhändlermuseum im Rathaus in Gönningen erzählt von den Umständen, unter denen die Samenhändler ihren Beruf ausüben mussten.
„Alleine schon der Besuch im Museum und die Führung bei Samen Fetzer waren die Reise wert“, so die einhellige Meinung der Teilnehmenden an dem Tag. Nach einem kräftigen Mittagessen im Barfüßer in Reutlingen sollten wir nach einer Stadtführung eine Führung im vor kurzem eröffneten „Glashaus“, entlang der ältesten Häuserzeile Reutlingens erhalten. Jedoch konnte dieser Besuch aufgrund des Tags zuvor stattgefundenen Hagelereignisses in Reutlingen nicht stattfinden, das die Gebäudetechnik Schaden genommen hatte und das Gebäude von Grund auf begutachtet werden musste.
Dennoch gaben die Stadtführungen interessante und wissenswerte Einblicke in den Reutlinger Stadtbrand vor genau 300 Jahren und wurden durch eine weitere Führung im Heimatmuseum, bzw. im Garten des Heimatmuseums inhaltlich abgerundet. Bei Kaffee und Kuchen im Alexandre fand der Tag einen wunderbaren Abschluss und als Resümee blieb „Schade, wer an diesem Tag nicht mit dabei sein konnte“.
Bernd Haug
Bürgermeister